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de:bug. elektronische lebensaspekte. oktober
2002
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FLÜCHTEN
Dienstleistungen an Unerwünschten in der Berliner Volksbühne
Migration ist ein ebenso schwieriges, wie brennendes Thema, eines,
das nicht zuletzt unter seiner beängstigenden politischen
Härte leidet. Oft scheint einem außer Betroffenheit
nichts übrig zu bleiben. Das sorgt für eine hohe moralisch-pathetische
Aufladung und macht es ebenso unbeweglich, wie klebrig. Nichts
desto trotz hat sich die Internationale Mobile Akademie, die an
verschiedenen Standorten zu Theater, Bildender Kunst und Aktivismus
arbeitet, dieses Wochenende des Themas angenommen und Experten
eingeladen, die sich im Alltag mit Flüchtlingen als Anwalt,
Reporter, Sozialarbeiter oder Aktivisten auseinandersetzen - darunter
etwa Madjiguène Cissé, die Sprecherin der Sans Papier,
Filmer Haroun Farocki, Grenztheoretikerin Eva Horn, Kameramann
Armin Wünsche, Kulturtheoretiker Joseph Vogl, Rechtsanwalt
Hunert Heinhold von Pro Asyl, Florian Schneider von "Kein
Mensch ist illegal" et. al. Tatsächlich hat es die Volksbühne
mit dieser Veranstaltung verstanden, exakt auf den Punkt zu kommen.
Was einerseits der hohen Kompetenz und Erlebnisberichten der Eingeladenen
zu verdanken war, andererseits dem Bühnenbildner Bert Neumann,
der die Volksbühne mit verschiedenen Pressspanplatten Bungalows
für "Die Idioten" quer neu durchstrukturiert hatte.
Die verschiedenen Gespräche fanden parallel in einzelnen
Häuser statt und waren durch Infracom-Simultanübersetzungs-Geräte
anwählbar. Das Symposium als Radioübertragung: Eingeschlossene
Sprecher, abgeschnitten von ihrer Umwelt, eine irritierende Situation,
die die harte Absurdität des Flüchtens verdeutlichte
und dadurch irgendwie rückwärts durch die Distanz von
Stimme und Körper eine extrem produktive Situation erzeugte.
Dazu hohe inhaltliche Qualität. War schon beeindruckend
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