Über meiner
Birne hängt
eine Birne.
Sie ist heller,
dafür ist meine grösser.
Fanni van Dannen
Erst wie ich hörte wie Du mich verstehst,
wusste ich, was ich gesagt habe.
Oswalt Wiener
Remember that nowadays every conversation
is a job interview!
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Die halluzinierte Volkshochschule
der Mobilen Akademie
Der SCHWARZMARKT versteht sich als interdisziplinäre Recherche
über das Lernen und Verlernen, das Wissen und Nicht-Wissen.
Mit dem SCHWARZMARKT installiert die Mobile Akademie einen temporären
Schau- und Produktionsraum, in dem erzählerische Formate der
Wissensvermittlung ausprobiert und präsentiert werden.
An Einzeltischen (zwischen 6 - 100 Tischen) sitzen Experten (Naturwissenschaftler,
Handwerker, Künstler, Philosophen und Nachbarn), die eingeladen
sind, einen Ausschnitt ihres Wissens anzubieten, der sich in 30
Minuten erzählen und erlernen lässt.
Das Publikum (eher ein Kunde an diesem Abend) hat die Möglichkeit,
einen Experten und sein Wissensangebot für eine halbe Stunde
zu buchen und sich im gemeinsamen Dialog dieses Wissen oder Können
des anderen anzueignen. Dazu kann es an einem Abend zwischen mehreren
Experten/ Wissensdienstleistern wählen (manchmal 12, manchmal
120) und sich für mehrere halbstündige Gespräche
einchecken lassen. So entsteht eine HALLUZINIERTE VOLKSHOCHSCHULE,
in der Lernen und Verlernen, Wissen und Nicht-Wissen, Lebens- und
Überlebensstrategien auf nicht-institutionellem Weg ihren Besitzer'
wechseln. Der Wissenstransfer als kommunikativer und performativer
Akt wird in dieser Nacht im Theater, dem ursprünglichen Ort
öffentlichen Debattierens, zu einer kollektiv gewisperten Wissenserzählung.
Das 21. Jahrhundert gilt als Informationszeitalter und das Wissen
spielt in diesem Diskurs die Rolle einer ökonomischen, politischen
und kulturellen Ressource. Doch die Vorstellung vom Wissen als einer
abrufbaren und kontinuierlich wachsenden Entität übersieht
sowohl dessen performativen Charakter, als auch die Grenzen und
historischen Brüche von denen das Feld des Wissens durchzogen
ist. Wissen - so scheint es - muss als hybrider Begriff gefasst
werden: als Speicherform ist es mit Prinzipien der Darstellung,
Diskursivierung und Archivierung verbunden; als Vollzugsform wächst
es aus Techniken, Praktiken und Erfahrungen mit/am/im Körper
von Lernenden. Nicht zuletzt erscheint das Wissen als Bild und Spiegel
seines scheinbaren Gegenteils: dem Nicht-Wissen und dem Glauben.
Um deren Anteil an der Produktion und Distribution von Wissen zu
klären, müssen sie als Konstituenten und imaginative Randzonen
anerkannt werden. Sie erst machen deutlich, warum wir - um mit einem
Wort Dietmar Kampers zu sprechen - dem Wissen nur im virtuosen Wahrnehmen,
Wiederholen und Träumen begegnen können.
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